| Ein leichter Nieselregen lag am 24.12.2008 um 15 Uhr 30 über Pforzheim und die gefühlte Außentemperatur an diesem Heilig Abend war wirklich kühl. Zu warm für den ersehnten Schnee, aber auch zu kalt um sich irgendwo draußen dauerhaft wohl zu fühlen. Im Grunde das ideale Rheumawetter. Doch trotz dieser unangenehmen äußeren Umstände machte ich mich an diesem Nachmittag auf in unsere Kirche in Maihälden. |
Auf dem Parkplatz angekommen, stieg ich aus, nahm ein paar Utensilien mit, die ich benötigte und begab mich zum Eingang unseres Kirchengebäudes. Ich war nicht zu früh, aber auch noch lange nicht zu spät. Aus vielen Richtungen kamen alt bekannte und neue Gesichter, die sich mit einem glücklich strahlenden Lächeln in Richtung der Kirche bewegten. Kaum durch die Tür getreten lösten sich auch schon die Kältekrämpfe, die sich in meinem Oberkörper auf dem kurzen Weg vom Auto zur Kirche manifestieren wollten.
Zwischen Eingang und Foyer wurde ich herzlich warm mit einem „Frohe Weihnachten, sei willkommen“ begrüßt. Ich erwiderte ein „gesegnete Weihnachten“ und begab mich weiter ins Foyer. Hier tummelten sich ein paar Freunde, Bekannte und Unbekannte, die sich gegenseitig begrüßten, beglückwünschten und die Zeit bis zum Beginn des Gottesdienstes noch für ein kurzes Gespräch nutzten. Ich begrüßte den ein und anderen und begab mich dann angezogen vom Licht das aus dem Gemeindesaal drang in den Versammlungsraum. Das Licht war gedimmt, einzig der 7 Meter hohe Weihnachtsbaum erstrahlte warm weich, geschmückt mit klar weißen und silbernen Kugeln. Angetan von dieser still heiligen Atmosphäre suchte ich mir einen Platz auf einer der vielen Bänken, die zum Großteil schon mit Menschen befüllt waren, setzte mich und harrte dessen was ich heute an diesem Weihnachtsabend erleben durfte.
| Fünf vor vier trat das Orchester auf die Bühne und beruhigte mit Geigen, Cello, Akkordeon und Querflötenspiel die Zuhörerschaft, deren Gemüter zum Teil noch bei Geschenken und Weihnachtsbraten hingen. Doch beim Klang dieser besinnlichen Töne verstummten all diese Gedanken und im Sinne von „Stille Nacht, heilige Nacht“ begann dieser Weihnachtsabend. |
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Nach der musikalischen Einstimmung begrüßte Bruder Damm alle Anwesenden, die es an Heilig Abend geschafft und sich die Zeit genommen hatten, um sich in Gemeinschaft mit anderen daran zu erinnern was der Ursprung von Weihnachten ist - „Herzlich willkommen zum Geburtstag unseres Herrn Jesus Christus“.
Es ging musikalisch weiter, gemeinsam sangen wir „Herbei o ihr Gläubgen ...“ Nach einem gemeinsamen Gebet verkündete der Chor kraftvoll freudig mit einem Lied „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen euch ist heute der Heiland geboren.“
Mit der Freude der Engel vor Augen, die einst verkündigten, dass der Heiland geboren ist und der frohen Erwartung der Hirten, die hierauf nach Bethlehem zum Stall eilten, sangen wir gemeinsam
„O du fröhliche o du selige Gnaden bringende Weihnachtszeit.“
| Mit einem ruhigen erzählerischen Klaviersolo, eröffnete Nicole aus der Religruppe das Kinderprogramm. Es folgten die Kleinsten. Sie sangen mit ihren kindlich klaren Stimmen „Weihnacht ist es wieder..“ |
| In Gedichten erzählten sie allen anderen: „Der Grund für unsere Freude ist Jesus Ganz allein“ Die Mittlere Gruppe fuhr fort und sang von Hanna und Simeon und ihrem lang ersehnten Warten auf das Kommen des Herrn: “Komm, komm her zu mir ich öffne Dir die Tür.“ Mit „Hört ihr nicht der Weihnachtsglocken hellen Klang“ leiteten Nicole am Klavier und ihr Bruder Marcel am Glockenspiel über zur Erzählung der Weihnachtsgeschichte. |
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Einst mussten Joseph und die hochschwangere Maria nach Bethlehem zur Volkszählung, die von Kaiser Tiberius veranlasst wurde. Als Maria uns Joseph einen Schlafplatz in einem Stall in Bethlehem fanden, setzten ihre Wehen ein und Jesus wurde geboren. Sie wickelte ihn Windeln und legte ihn in eine Krippe. Ganz in der Nähe fast zur gleichen Zeit kam ein Engel zu Hirten, die nachts ihre Schafe hüteten und sprach: „Fürchtet euch nicht, seht her denn ich verkündige euch eine große Freude, euch ist heute der Heiland geboren.“ und die Heerscharen der Engel verkündigten und sangen: „Ehre sei Gott in der Höhe.“
So gleich brachen die Hirten auf und eilten nach Bethlehem. Sie fanden das Kind in Windeln gewickelt und berichteten, wie die Engel ihnen erschienen waren. All dies behielt Maria in Erinnerung. Nachdem die Hirten dem neugeborenen Kind gehuldigt hatten, gingen sie zurück in ihr Lager und verkündigten überall die Freude, dass der Retter der Welt gekommen sei. Mit einem anschließenden Lied drückten die Kinder ihre Dankbarkeit aus für Jesu Liebe, der für uns auf diese Welt kam und uns so viel Gutes gab und heute auch noch gibt. Hiermit endete das Programm der Kinder und Bruder Huttenlocher begann mit der Weihnachtsbotschaft.
| Eine Erzählung berichtete von einem Jungen namens Ralf. Er machte sich zur Weihnachtszeit einmal Gedanken darüber, warum er Geschenke zu Weihnachten bekam und nicht Jesus. Es war doch eigentlich das Geburtstagsfest von Jesus dem Heiland, das sie feierten und nicht sein eigener Geburtstag. So überlegte er sich, was er Jesus schenken könnte. |
Am Heilig Abend ging er mit seiner Familie wie gewohnt zur Kirche und verfolgte den Gottesdienst. Nach der abschließenden Einsammlung der Kollekte, sprang er plötzlich auf, lief nach vorne zum Altar, stellte sich in einen der Opferkörbe und rief laut: „Das was ich habe möchte ich Jesus schenken. Ich schenke mich mit meinen Armen und Beinen, mit allem was ich bin und habe.“ Der Pastor war erfreut und bestärkte Ralf in seinem Tun. Denn Ralf hatte den wahren Sinn des Weihnachtsfestes richtig erfasst. An Weihnachten kam Jesus für einen jeden einzelnen Menschen auf diese Welt.
Häufig vergessen wir Erwachsenen den wahren Sinn des Weihnachtsfestes. Weihnachten ist nicht nur Tannenbaum und Geschenke. Zu Weihnachten wurde der Herr der Welt Mensch.
Und dieser Herr möchte uns haben unser Denken und unsere Gesinnung. Weihnachten sollte für einen jeden von uns eine Bedeutung haben. In Weihnachten ist Beginn und Vollendung zu entdecken. Es liegt nahe dem Zeitpunkt an dem ein altes Jahr endet und ein neues Jahr beginnt. Fragen die man sich im Leben unweigerlich stellt sind: „Was für einen Sinn hat mein Leben, oder wie will ich mein Leben gestalten?“ So beginnt das Leben eines Menschen vergleichbar mit einem neuen Jahr. Es folgt Ostern im Frühling unseres Lebens, dann kommt Pfingsten, Sommer und der Herbst unseres Lebens. Und halten wir einmal Rückschau - “Was hat das Leben dir gebracht?“
Irgendwann kommt der Winter, der Abend unseres Lebens. Der Zeitpunkt an dem wir unserem Herrn wieder begegnen. Dieser Moment kommt unaufhaltsam auf uns zu - „Wie wirst du ihm begegnen?“
| Im Vater unser steht „Dein Reich komme“, dieses Reich ist heute schon da, es ist in uns. Dieses Reich möchte Jesus als König regieren und deswegen ist er auf diese Welt gekommen. Wir werden in dieser Welt von vielen Dingen konfrontiert, doch müssen wir verstehen, dass das Reich Gottes in einem jeden von uns liegt. Wir sind dazu berufen seine Kinder zu sein und in seinem Reich als Kinder Gottes zu herrschen. Doch ist dies ein Herrschen anderer Art, denn die Bibel sagt „der Menschensohn ist gekommen um zu dienen“. |
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Es ist eine Herrschaft über das Böse in dieser Welt. Jesus beschenkt uns hierzu mit seinen Gaben, mit seiner Natur und seiner Gnade, wenn wir ihn als unseren Herrn annehmen. Doch ist er auch ein Herr der anderen Art, denn wir sind nicht seine Sklaven, wenn wir uns ihm hingeben, sondern er macht uns zu seinen geliebten Söhnen und Töchtern. Um dies zu erlangen müssen wir uns vor ihm beugen und ihn als unseren Erlöser annehmen, so dann wird er uns wieder herstellen zu seiner göttlichen Natur. Die Schrift sagt: „Allen die an ihn glauben gibt er Macht Kinder Gottes zu sein.“ Wenn Du das tust wird sein Reich in dir aufgerichtet. Dann werden wir nicht mehr hilflos und kraftlos sein, denn mit Jesus Christus haben wir die Kraft alles zu überwinden.
So kann Weihnachten nicht nur einmal im Jahr am 24. Dezember sein, sondern jedes mal wenn wir Jesus Christus andere durch uns lieben lassen dann ist Weihnachten! |
Damit die Botschaft der Liebe, die durch Jesus in uns wirkt, gleich in die Tat umgesetzt wird, gab es dann noch Geschenke für die Kinder und Jugendlichen, die diese voller Dankbarkeit und Freude entgegen nahmen. Nach einer abschließenden Gebetsgemeinschaft, wurde der Gottesdienst einmütig mit einem „Stille Nacht, heilige Nacht … Christ der Retter ist da.“ abgeschlossen.
In diesem Sinne beglückwünschte ich nach dem Gottesdienst noch einige meiner Freunde, Verwandten und Bekannten. Und fuhr dann erfüllt von dem wahren Sinn von Weihnachten zu meiner Familienfeier mit dem Wissen, dass ich diese Freude und Liebe nicht nur heute an Weihnachten verspüren darf, sondern dass ich sie immer und überall in mir trage, weil Jesus der Sohn Gottes einmal auch für mich persönlich auf diese Welt gekommen ist.
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Suchet den Herrn, so werdet ihr leben!
Die Bibel - Amos 5, 6a
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